Ein Stück – ein Jahr – zehn Aufführungen – am Ende die Premiere
Ein Stück mehrfach im Jahr zu Aufführungen zu bringen, zwischen den Aufführungen kontinuierlich weiter zu proben, das Stück in seiner Komplexität umfassender zu verstehen und aus diesem Verständnis heraus neu zu gestalten, das sieht das TheaterLabor TraumGesicht als seinen Auftrag an. Das TheaterLabor TraumGesicht zeigt einen lebendigen, sich immer wieder aktualisierenden Prozess auf improvisatorischer Grundlage; ein Reifen in künstlerischer und in persönlicher Hinsicht. Der Zuschauer wird Zeuge eines kontinuierlichen Entwicklungsweges des Stücks, seiner Rollen und Darsteller. Immer mehr Zuschauer besuchen im Laufe eines Jahres mehrere Vorstellungen. Einige Zuschauer sind bei jeder Vorstellung dabei.
Es werden, beim fortgesetzten Weiterproben, neue Assoziationen, Erinnerungen und persönliche Erfahrungen integriert. Die zum Teil ins Übermenschliche verfremdeten Schminkmasken werden – wie die unkonventionellen, ausdrucksstarken Kostüme auch – im Laufe eines Jahres differenzierter.
Dieser Inszenierungsstil unterstützt, dass, je nach Szene, Kostüme zu Gewändern, Requisiten zu „Reliquien“ werden. Rituale treten an die Stelle von natürlichen Bewegungsabläufen und groteske Einsprengsel eröffnen eine ernstheitere Sehweise des Geschehens. Auch Anregungen der Zuschauer, die nach den Aufführungen auf Fragebögen ihre Eindrücke mitgeteilt haben, werden u. U. in folgende Inszenierungen einbezogen.
Bewusst setzen die beiden Leiter einen Akzent gegen heute üblich projektierte und dadurch temporär begrenzte Theaterprojekte. Sie arbeiten mit dem Ziel: ein Stück - ein Jahr, gegen den Trend der Schnelllebigkeit.
Wandlung durch Theater
Das TheaterLabor TraumGesicht ist überzeugt, dass sein experimentelles Theater für Darsteller und Zuschauer gleichermaßen ein Offenwerden für eigene Imaginationen und für intuitive Erkenntnisse begünstigt. Dieses Experiment kommt beim Ensemble ebenso gut an, wie beim Publikum. Die Zuschauer kommen mittlerweile aus ganz Deutschland.
Die Idee des Experiments (TheaterLabor) motiviert die beiden Leiter eigenen Schauspielunterricht und Sprechtrainings für sprechintensive Tätigkeitsfelder zu entwickeln. Aus diesem Unterricht erwächst das Ensemble des Hauses. Die Vision (TraumGesicht) experimenteller Inszenierungen mit Masken und Kostümen des Kimonodesigners Gianni Sarto und den verfremdeten Bewegungs- und Sprechgestaltungen des Regisseurs Wolfgang St. Keuter setzt sich seit 2002 stetig in Mülheim an der Ruhr durch. Dem Theater sind beide mehr als 30 Jahren verschrieben.
Das TheaterLabor TraumGesicht ist ein privat geführtes Kammertheater als gemeinnütziger Verein organisiert. Es wird aus eigenen Mitteln, durch Förderer und von Engagierten getragen. Ein eigenes Ensemble, der regelmäßige Schauspielunterricht und die eigene Kostüm- und Maskenwerkstatt belegen das Engagement der beiden Leiter:
- Wolfgang St. Keuter, geb. 1943, Leiter für SchauSpiel-Unterricht und Regie, mehr
- Gianni Sarto, geb. 1958, Leiter für Maske und Kostüm, Geschäftsführung, mehr
 Wolfgang St. Keuter SchauSpiel und Regie 1. Vorsitzender
Gianni Sarto Maske, Kostüm Künstlerischer Leiter
|